Doitsugo Trans auf Eis gelegt

Oi!

Der Titel sollte nicht weiter verwunderlich sein. Falls jemand die Seite über die Jahre verfolgte, hat es wohl bereits erwartet. Wie man sehen kann, hat sich über das letzte Jahr schlicht nichts getan. Folglich wird „Swan Song“ bedauerlicherweise nicht mehr weiter verfolgt.
Das liegt an verschiedenen Gründen. Seit der Gründung 2012 waren wir ein loser Zusammenschluss Gleichgesinnter von letztlich 5 Leuten. Wir hatten nie eine straffe Leitung oder Planung. Wenn jemand bereits ein freiwilliges Projekt geleitet hat, weiß er, wie schwierig es ist Leute zur Arbeit zu motivieren. Schließlich gibt es selten mehr, als die Idee, die antreibt. Über die Zeit verliert man gerne den Faden zum Projekt, es kommen andere Dinge dazwischen und letztlich ist es schöner etwas zu spielen, als paar dutzend Zeilen Text zu übersetzen, oder technische Fehler auszubessern.
Müsste ich den Zerfall über das letzte Jahr begründen, würde ich diverse Ursachen finden. Primär kam die Entwicklung irgendwann ins stocken. Anfangs kamen noch Bestrebungen zur Fortführung, die über die Zeit hin weg aber abnahmen. Hinzu kommt, dass wir zu 2 Mitglieder über die Monate hin weg nur spärlichen Kontakt hatten. Was ich bedauerlich fand, waren sie doch recht unterhaltsame Kollegen. Weitere Mitglieder (und ich) fanden mehr Befriedigung in Spielen. Ich, für meinen Teil, habe mich anderen Hobbies zugewandt. Studium und Modding füllen nun meine Zeit aus. Der letzte, der bis heute die Fahne hochhält, ist unser „Leidensgenosse und langfristiges Mitglied“ PotiNator. Wenn ich das behaupten darf, hatte er wohl immer den stärksten Elan gehabt. Dafür zolle ich ihm Respekt, auch wenn sein Dialekt und sein Hang zum allgemeinen Sprachgebrauch ihm gerne bei der Übersetzung in den Weg kamen (nicht bös gemeint Puma!).
Kurzum, wenn man nicht eine starke Selbstdisziplin an den Tag legt, bleibt man nur schwierig am Ball. Gerade bei VNs würde ich – nach all den Jahren – behaupten, dass es besonders hart ist. Es zieht sich lange hin, bis man Ergebnisse liefern kann und Rückmeldungen sind gerade in der spärlichen deutschen VN-Szene besonders selten.

Ich möchte kein Projekt in einem unbegründeten Zustand lassen. Daher erkläre ich Doitsugo-Trans, getreu dem FAQ, für vorerst auf Eis gelegt. Ich danke allen, die ihre Zeit über die Jahre dafür eingesetzt haben. Es war zuweilen recht anstrengend, frustrierend und letztlich doch gerade lustig.
Weiter unten würde ich gerne ein paar Gedanken zum Verlauf der deutschen VN-Szene verfassen. Wer an einer kleinen Historie, oder am scheitern einer Szene Interesse hat, kann weiter lesen. Für alle anderen endet der relevante Teil hier.
Auf (ein mögliches) Wiedersehen.

Nun, ich habe mich seit guten 5 Jahren mit dieser Szene (*donnergroll*) beschäftigt. Und auch wenn sie stets nur ein Schattendasein geführt hat, ereignete sich doch einiges. Daher ist es schlicht ein privates Anliegen ein Resümee über die Zeit zu führen. Sicherlich können nur wenige von sich behaupten, den Großteil der Entwicklung einer Szene miterlebt zu haben. Ich denke, dass heute nur noch wenige von damals aktiv sind. Und, ja, vielleicht kommt der Tag, an dem diese Subkultur im deutschsprachigen Raum doch noch Fuß fasst.
Man vergebe mir, wenn ich nur aus meiner einfachen Sicht all das schildere.

Mein erster Kontakt mit VNs waren eigenartige Werke wie Netto no Shishou: Bernd (Bernd, warum hast du so ein Krebs danach produziert, anstatt NnSB fortzuführen?) und schlechte Weeaboo-Fiction mit gerippten Sprites. Kurzum Dating Sims und Renai-Kram. Ein netter Einstieg, wovon eigentlich nur NnSB einen echten Nährwert hatte. Yume Miru Kusuri, Edelweiss und Higurashi sollten die ersten Werke werden, die mich weiter auf den Geschmack brachten.
Es würde die zweite Hälfte des Jahres 2010 werden, als ich dem „Chaos-Project“ unter der Führung Zarocks beitrat. Auf das Projekt kam ich per Zufall. Seiten wie „The Visual Novel Database“ waren mir bis dahin fremd. Folglich war auch nur Google mein Freund. „Katahane“ sollte das Erstlingswerk werden. Die Ziele waren einfach: Zuerst die Trial Version übersetzen, für das Projekt großflächig werben und eine gewisse Downloadanzahl erreichen. Danach würde man weiter schauen.
Ich entsinne mich, dass das Team sogar unerwartet groß – die Monate sollten dagegen noch Abhilfe schaffen – und brauchbar organisiert war. Es gab einen Teamspeak-Server, eine feste Aufgabenverteilung und regelmäßiges Abklopfen des Fortschritts. Klingt an sich nach einer Maschine, die laufen könnte. Leider zeigte es sich alsbald, dass eben nicht jedes Mitglieder das Durchhaltevermögen besaß und viele hörten schnell wieder auf. Auch war es für die Stabilität des Teams nicht förderlich, dass die Voraussetzungen zur Aufnahme bei dem Mindestalter von 16 Jahren und einem Headset lagen.
Ich blieb noch bis zur Beta bei „Chaos-Project“, ehe auch ich ging. 6 Monate nach Projektgründung erschien „Katahane Trial Version 0.1“ und sollte auch das einzige sein, was jemals von „Chaos-Project“ erscheinen sollte.

Das Jahr 2011 brach an.
Über die Zeit stolperte ich über YumeCreations, Silva und TiefBlau. Und kurz darauf auch auf das Forum „No-Neets“.
YumeCreations war das Ein-Mann-Projekt von Yukari. Sie sollte sich als eine der fleißigsten Übersetzer/innen der deutschen Szene herausstellen. In regelmäßigen Abständen brachte sie diverse (Teil-)Übersetzungen raus – hauptsächlich kurze VNs – und ich half ihr als anonymer Korrekturleser so oft ich konnte.
Ihre Werke kann man zwar hier noch einsehen. Verfügbar auf ihrer Seite sind sie aber nicht mehr. Sie machte ihren Blog dicht und führte ab 2015 nur noch ihr Langzeitprojekt und eigene VN „Kako no Koi“ fort.
Es sollte eine gescheiterte Kickstarter-Kampagne und ein erfolgreiches durchkommen bei „Greenlight“ auf Steam folgen.
Silva war ebenso ein Ein-Mann-Projekt. Im Gegensatz zu Yukari spezialisierte er sich nur auf wenige, langfristige Projekte. So entsprangen seinen Fähigkeiten die Übersetzung von „Hatoful Boyfriend“ (Übersetzung verloren gegangen) und einige Kapitel von Higurashi (auch hier ist nur noch Kapitel 1 erhalten). Über den gleichen Zeitraum sollte auch eine offizielle Übersetzung von MangaGamer für Higurashi auf englisch erscheinen. Silva trat in Kontakt mit MangaGamer – und sie untersagten die Fortführung. Die Kommentare auf Silvas Seite waren aufgebracht, Silva nahm die Aufforderung aber hin. Somit starb die Übersetzung von Higurashi und Silva würde sich aus der Szene zurückziehen. Ironischerweise sollte MangaGamer später seine Meinung ändern und erlaubte eine deutsche Fan-Übersetzung. Die Übersetzung zu Higurashi lebt dennoch nicht mehr auf.
TiefBlau war seit „Chaos-Project“ wieder das erste (mir bekannte) Gruppenprojekt. Ziel war es „Ever17 -The Out of Infinity-“ zu übersetzen. Innerhalb von 5 Monaten erschien die Trial Version – und sollte auch die einzige Version bleiben.
No-Neets entpuppte sich als Sammelbecken für VN-Übersetzungen und stellte sich als der Treffpunkt für selbige Zielgruppe heraus. Ursprünglich war das Forum eigentlich nur für einen Web-Comic gedacht, der aber keine lange Lebenszeit bewies. Auch wenn das Forum diverse Themenbereiche umfasste, spielte sich doch das meiste im VN-Bereich ab. Dabei muss man erwähnen, dass das Forum eben nicht primär auf VNs ausgelegt war, sondern es nur ein Teilbereich seien sollte. Dennoch entwickelte sich eben jener zur stärksten Fraktion. Wegen diesem Fokus kamen die Besucher. (Und es entstand ein hauseigenes Wiki als Kontrast zur VNDB mit Facebook Like-Button). Dieser VN-Themenbereich war wichtig und hatte das Forum immer ausgemacht. Endlich existierte ein deutscher Hafen für VNs.
Es gab eine feste Stammuserschaft (die u.a. obige Gruppen/Personen umfasste) und einen einzigen Administrator, DerTor. Es war ein guter Ort um sich grob zu organisieren, Informationen auszutauschen und einfach nur zu schwätzen. Man darf sich jedoch keine riesige Benutzerschaft vorstellen. Meist waren nicht mehr als ~20 User aktiv am Geschehen beteiligt.

Die Monate flogen dahin, während ich in diversen Übersetzungen aushalf. 2012 entschied ich mich Korrektur für den Benutzer OneManArmy zu lesen. Auch wenn es mir zu dem Zeitpunkt nicht bewusst war, sollte ich bei ihm auf meinen späteren Kollegen „Redrain“ alias „Klaus“ treffen.
Zu dritt setzen wir die Übersetzung von „Narcissu“ um. Überraschenderweise eines der wenigen Projekte, die einen Abschluss finden sollte. OneManArmy selber begnügte sich mit einer erfolgreichen Übersetzung und zog sich zurück.

Während der Arbeit an Narcissu entstand im Forum die Frage, wieso der Zustand der deutschen VN-Szene so ist, wie er ist. Es gab vollendete Projekte, aktive Umsetzungen und kompetente Einstiegshilfe. Warum also waren Manga und Anime so bekannt, aber VNs so fremd? Es kamen nur spärlich neue User dazu und es mangelte überall an Unterstützung.
Es begann eine Zeit der Selbstfindung (so esoterisch es auch klingen mag). Dutzend Gedanken wurden geäußert und Diskussionen geführt, warum man so ein Schattendasein führte und wie man dagegen vorgehen sollte.
All das sollte letztlich zum Manifest „Allgemeine Kritik zur „Deutschen VN-Community““ von デニス führen.
Diese kleine Community war ohne Frage morsch und das Forum nahm nicht die zentrale Rolle ein, die für ein Überleben der Szene notwendig war. Nämlich die Rolle einer deutschen VN-Community.
Leider gehen mit VNs im Allgemeinen auch 18+ Inhalte einher. Ein Bereich, dem der Administrator abgeneigt war. Ebenso gab es im Forum auch keine weiteren (aktiven) Moderatoren, als den Administrator selbst. Ein hierarchischer Aufbau war also nicht weiter gegeben, als einen absoluten Herrscher und das einfache Volk. Nach Ansicht des Administrators sollte das Forum keinen solchen Wandel hinlegen. Auch der Wunsch dieser kleinen Community nach mehr Beteiligung wurde konsequent abgelehnt. Nicht mal Änderungen des Designs und ähnliche Kleinigkeiten wurden umgesetzt.
Diese gut gemeinten Ideen für einen Wandel des Forum sollten in eine offene Ablehnung des Administrator und wiederum in eine Zensur durch den Administrator münden. Die Zensur war letztlich zu viel. Als Reaktion auf dieses konservative, verweigernde Verhalten verließ die Stammuserschaft geschlossen das Forum. Es sollte die Zeit des Umbruchs beginnen. Man wollte – so hoffte man – alles besser machen.
Der Auszug war ein Genickbruch für No-Neets, von dem das Forum sich nicht mehr erholen sollte. Mit dem Verlust der Stammbelegschaft verschwand auch jegliche Aktivität. Zwar existiert das Forum noch, vegetiert aber bedauerlicherweise letztlich nur vor sich hin. Zuweilen werben neue Nutzer für irgendwas und melden sich dann nie wieder. Von Leben und Aktivität in der mir bekannten Form kann dort nun nicht mehr die Rede sein.

Durch diesen „Exodus“ erblickte im Mai 2013 das Forum „Bishoujo-News“ das Licht der Welt. Entsprechend dem Manifest sollte natürlich alles anders werden. Man wollte die zentrale Anlaufstelle für deutsche VNs werden. Kein unnützes Wiki, keine toten (unpassenden) Unterforen, keine störrische Administration. Man entschied sich neben dem Forum einen Blog zu führen und scheinbar war auch der Gedanke da, in die Richtung eines Gemeinschaftsprojektes zu gehen. Alle versprengten Übersetzergruppen sollten einen Hafen haben.
Zur Überraschung aller lief das Forum. Es wurden Tutorials verfasst, die kümmerliche „Liste aller deutschen Fan Übersetzungen“ erstellt und alle bisherigen Übersetzungen zusammengetragen.
Es war eine gute Zeit. Womöglich die aktivste und erfolgreichste dieser Szene. Man konnte sich als Nutzer einbringen. Man wurde ernst genommen. Es wurde nichts zensiert.
Natürlich sollte es nicht konstant so weiter gehen. Denn trotz dieser Mühe der Community blieb etwas aus – Bekanntheit. Es verirrte sich selten ein neuer Benutzer dorthin. Folglich konnte das Forum nicht wachsen, noch den Verlust von Nutzern ausgleichen. Der Blog wurde bereits im Dezember 2013 wieder eingestellt. Womit wohl der letzte (und einzige) deutsche Blog zu diesem Thema verstarb, der Visual Novels intensiver behandelte.
Was No-Neets von Seiten der Führung nie seien sollte, konnte Bishoujo-News nicht werden. Auch heute findet man traurigerweise bei den Begriffen „Visual Novel“ eher No-Neets, als Bishoujo-News. Und das, obwohl sich N-N von der Führung aus nie wirklich um Visual Novels scherte.
Man soll mich keineswegs falsch verstehen. Diese ehemalige Stammuserschaft gab sich größte Mühe und tat wohl, zurückblickend, alles in ihrer Macht stehende. Es sollte aber keineswegs ausreichen.

Anfang 2014 begann Bishoujo-News das jahrelange Schicksal von No-Neets langsam zu teilen und siechte immer stärker vor sich hin. Aktiv ist nur noch das IRC. Im Sommer des selben Jahres schlossen wir „Saya no Uta“ nach knapp 1,5 Jahren Arbeit endlich ab. Dazwischen traten PotiNator, Klaus (Narcissu) und Bl4ckRange von Shiroi-Fansubs dem Projekt bei und es nahm wieder fahrt auf, nachdem es damals einige Zeit durchhing. Damit wurden 2013/14 aus 2 Leuten 5. Ein massiver Zuwachs. Innerhalb dieser Zeit brachten wir im März 2014 die Teilversion heraus. Nach dem Abschluss damals entschieden wir uns – nach einigen Debatten – mit „Swan Song“ fortzufahren.
Zur gleichen Zeit tauchte auch der Benutzer „Ekalz“ auf. Sein Wunsch war die Gründung einer Übersetzergruppe. Und wo konnte man wohl besser anfangen, als in einem darauf spezialisierten Forum? Bedauerlicherweise fand er dort jedoch keine Anhänger. Damals schrieb er auch mich an, um mich anzuwerben. Leider musste ich ihn darauf hinweisen, dass Doitsugo-Trans nicht, wie er glaubte, ein Ein-Mann-Projekt ist und ich folglich nicht abwandern konnte. Ich hatte nicht erwartet, dass er seine Idee umsetzen würde. Schließlich war er mir völlig fremd und lediglich durch seinen Elan aufgefallen.
Zu meiner Überraschung aber formierte er sich mit anderen (auswärtigen) zu „Hikari Translations“ und vollführte diverse Übersetzungen. Nur um dann Ende 2015 sich wieder aufzulösen.
Warum ich gerade zu dieser Gruppe mehr schreibe, als zu den anderen? Nun, „Chaos-Project“ ist einfach zu lange her und „TiefBlau“ hatte damals nicht so ein dominantes Auftreten. Und der wohl wichtigste Punkt: Es gründete sich schlicht sonst kein anderes Projekt.
Ich vermag nicht einzuschätzen, ob hinter „Hikari Translations“ eine motivierte/organisierte/straffe Gruppe saß, oder nur eine energische Person. Ihre Seite war adrett, ihr Tempo interessant und ihr Auftreten vielleicht ein Tick zu aufdringlich. In der Summe war es eine lobenswerte Gruppe, wäre ich nicht kürzlich über diesen Diskurs gestolpert. Inhaltlich liegt der User richtig, von den Texten auf den Bildern finde ich aber nichts mehr. Sollte es jedoch stimmen, so ist ihre Leistung ihnen letztlich definitiv zu Kopf gestiegen. Obgleich es mit ihrer Eigenverkörperung gut einher gehen würde.

Als ich Offline 2012 auf Silvas stillgelegter Seite traf, hatte ich nicht erwartet, dass sich daraus ein so langlebiges Projekt entwickelt. Er brachte jahrelange Fansubber-Erfahrung und exzellente Grafikerfähigkeiten mit und ich hatte bisher nur paar Übersetzungen ausgeholfen.
Jedenfalls, zu diesen geschlossenen Gruppen fügt sich letztlich auch Doitsugo-Translation hinzu. 3 Jahre Bestehen ist eine ordentliche Zeit. Fürwahr haben wir „nur“ Saya selbst raus gebracht. Jedoch konnten wir in dieser Zeit wenigstens anderen Hilfestellung geben und z.B. PotiNator bei der Veröffentlichung von „Sharin no Kuni“ helfen.

Wir halten also fest, dass es viele Vorreiter, Pioniere, Avant­gar­dist, oder wie auch immer ihr es nennen wollt, gab. Sie alle hatten ihre Zeit. Und sie brachten durchaus Werke raus, die qualitativ nicht schlecht sind. Aber keiner von ihnen hat je eine feste Etablierung der Szene geschafft.
Am rühmenswertesten ist wohl „Bishoujo-News“ in seiner Entstehungszeit. Das Ziel, einen Hafen zu schaffen, war richtig, aber das Glück war nicht mit ihnen.
Womöglich würde mir irgendjemand vorhalten, dass man für die Führung einer Übersetzungsgruppe keine lebendige Szene braucht und das ist durchaus richtig für die Erstellung. Man kann Projekte veröffentlichen ohne sie für irgendjemand da draußen zu machen. So war es auch mit Saya. Für die Fortführung eines Projektes aber braucht man sie. Ohne eine Basis, aus der man Interessenten rekrutieren kann, ist ein Projekt nicht lange. Rückmeldungen und Ersatz für inaktive Mitglieder sind notwendig für den Fortbestand. Beides ist in der deutschen VN-Szene nicht gegeben, daher kann keine Übersetzungsgruppe langfristig und effizient existieren. Es geht also nicht um die Etablierung einer Übersetzergruppe, als einer ganzen Szene. Und das wird sich alsbald auch nicht ändern.
So zumindest mein Fazit nach all den Jahren Beobachtung.

An sich gibt es noch weitere Personen, die erwähnt werden müssten. Sei es Monsterstrike, der voller Eifer den Neubeginn mitgeführt hat, Kuma, der irgendwas tat über die Jahre, oder Tyr, der irgendwie immer da war, um die Leute zu verstören. Aber ihre Einbettung würde die Historie nur unnötig verlängern und sie hat bereits ein paar Zeilen Text erreicht. Wobei ich selektiv viele Ereignisse nur umrissen habe. Wahrscheinlich würden mir manche erwähnten Personen auch in dieser Darstellung nicht zustimmen, oder sie zu revidieren wünschen. Vielleicht sogar so freundlich sein und an manchen Stellen eine tiefere Erklärung liefern können. Es würde mich ehrlich gesagt aber wundern, wenn irgendjemand fremdes bis hier hin mitgelesen hat.

Ich denke nicht, dass die Seite alsbald offline geht, außer Offline (kek) hat damit etwas anderes vor. Was bleibt also dann noch zu sagen? Danke jedenfalls für die <1k Downloads der Saya no Uta-Übersetzung. Das ist ehrlich gesagt mehr, als ich erwartet hatte. Danke. See ya!

5 Gedanken zu „Doitsugo Trans auf Eis gelegt

  1. ekalz

    Vielleicht ging das zwischendurch alles zu schnell, aber wir sind (ich bin) wieder da. Das Warum und Wieso steht bei uns auf der Website. Kurz gesagt, ich bin von Rewrite nach wie vor begeistert und es macht mir auch riesen Spaß, es zu übersetzen. Zumal ich mittlerweile auf dem Stand bin, dass nur noch selten den englischen Text zur Unterstützung brauche. Man kann also sagen, dass das Japanischlernen auch eine extrem große Motivation ist. Vielleicht war es auch eben dieser Spaß und die Freude daran, dass ich durch einige Missverständnisse oder Interpretationen meiner Posts auf diversen Websites arrogant rübergekommen bin. Ganz falsch ist es natürlich nicht, dass Stolz dabei war, und wahrscheinlich habe ich mit mehreren impulsiven Äußerungen die anderen Übersetzer beleidigt/verunglimpft. Dafür möchte ich mich in meinem und Hikaris Namen entschuldigen. Jedoch will ich das ganze nicht hier erneut aufrollen.

    „Zu meiner Überraschung aber formierte er sich mit anderen (auswärtigen) zu „Hikari Translations“ und vollführte diverse Übersetzungen. Nur um dann Ende 2015 sich wieder aufzulösen.“

    Hier trat genau das ein, was du auch schon angesprochen hast. Dass es nur noch die Idee ist, die die Leute bei der Stange hält. Leider wurden wir auch nicht von Mitgliederabwanderung verschont – sogar die, die man für beständig hielt. Glücklicherweise ist mir noch meine seelische Stütze Darth Affe geblieben, wofür ich auch sehr dankbar bin. Ich weiß nicht, ob ich so motiviert weitermachen würde, wenn ich vollkommen alleine wäre.

    In diesem Sinne wünsche ich jedem Einzelnen von euch alles Gute. Vielleicht findet man sich ja eines Tages doch noch zu einem Projekt zusammen. Ich werde unterstützen, wo ich kann.

    Worauf die ganze Szene zusteuert, kann man nur erraten. Vielleicht werden es mehr Gruppen, vielleicht auch nicht. Vielleicht werden Steins;Gate von Kiboyami und Rewrite von uns weitere Leute zum Übersetzen/Visual Novel Lesen begeistern, vielleicht werden die Projekte aus den gewohnten Gründen abgebrochen. Innerlich hoffe ich natürlich jeden Tag darauf, dass Gruppen auftauchen, rebooten oder Projekte begonnen werden, aber mehr als ein (hoffentlich) gutes Beispiel abgeben kann man wohl nicht.

    – ekalz

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  2. animeloverxX93

    Nun, was soll ich sagen… ich hatte mich an Planetarian versucht, nur um nach dem 1. Kapitel total gelangweilt zu werden und den Titel nicht fortzusetzen, um eventuelle Rechtschreibfehler und Konsorten zu melden.
    Als ich mich ein paar Monate später dann auf der Seite von Hikari Translations mit meinen Accountdaten einloggen wollte ging dies allerdings nicht mehr…

    Ich finde es bedauerlich, dass der Elan eines jeden von uns mehr und mehr schwindet, bei dem einem mehr, bei dem anderen weniger intensiv.
    Wenn ich auf den von mir erstellten Higurashi-Thread auf Forum no Neets achte muss ich feststellen, dass ich selbst auch nicht mehr so motiviert und voller Euphorie diesem Medium nacheifere wie ich es zu diesem Zeitpunkt tat.
    Ich interessiere mich immer noch sehr für Visual Novels und Eroge und durchaus gibt es noch einige Titel, die ich selbst auch gerne mal spielen würde (mancher dieser Titel hat generell noch keine Übersetzung), aber es scheint, als wenn jeder von uns sich einfach nicht mehr wirklich aufraffen könnte oder zumindest noch etwas mehr Zeit bräuchte, um weitere Projekte stemmen zu können.

    Rückblickend zweifel ich an meinen eigenen linguistischen Fähigkeiten; hätte ich tatsächlich von Nutzen sein können?
    Als Korrekturleser vielleicht, aber hätte ich darüber hinaus, den technischen Aspekt beiseite gelassen, „mehr“ tun können?

    Zum Beispiel Leute für die jeweilige Fanübersetzung zusammentrommeln können?
    Oder, allgemein mehr lesen können, um meinen Wortschatz weiterhin differenzieren zu können?
    Japanisch lernen können?
    Satzbau und Ton der gesprochenen Dia- und Monologe der Figuren innerhalb der Fanübersetzung hinterfragen und Verbesserungsvorschläge machen können, wo ich es für sinnvoll gehalten hätte?

    Was ich weiss ist, dass meine Passion für dieses Medium auf Sparflamme steht, aber noch nicht gänzlich erloschen ist.
    Wer weiss, vielleicht bräuchte es nurmeinen Titel, welcher das Übersetzer-Team selbst reizen würde?
    Ohne anmaßend klingen zu wollen, aber alles, was Hikari Translations bis jetzt übersetzt hat finde ich langweilig.
    Hätte ich mich mal damals für das Korrekturlesen von Saya no Uta entschieden, und nicht für Planetarian… da wäre ich vermutlich eher am Ball geblieben, da ich im Nachhinein die offizielle Englisch-Übersetzung gelesen habe, und die Premisse des Spiels als äußerst ansprechend empfinde.
    Es fällt einem leicht sich mit der Hauptfigur zu identifizieren, während man sich als Leser gleichermaßen abgestoßen und hingezogen zu diesem Titel fühlt, da man die Ereignisse schließlich aus der Sicht des Protagonisten und der Sicht eines stillen Beobachters sieht.
    Aber, das muss ich wahrscheinlich niemandem hier sagen…

    Naja, hoffentlich kommt doch noch etwas.
    Falls ja, hoffe ich, dass mich dieser Elan ebenfalls anstecken wird, damit ich auch tatsächlich mal von ernsthaftem Nutzen sdin kann.
    Ich werde ein Auge auf diese beiden Übersetzergruppen halten (Doitsugu Translations & Hikari Translations).

    Antworten
  3. animeloverxX93

    Könnte mich bitte jemand zum IRC von Bishoujo News verlinken?
    Kann meine PNs ja jetzt nivht mehr einsehen… :’D

    Antworten

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